Liste der Hybriden europäischer Orchideen


Sie stießen in der Literatur auf einen Hybridennamen, und wissen nicht, welche Kombination sich dahinter verbirgt ?     Oder Sie suchen Literatur über eine ganz bestimmte Hybride ?     Dann sind Sie hier richtig.
 

Drei Typen von Hybriden werden unterschieden, wovon im wesentlichen die beiden ersten Gegenstand dieser Liste sind:

  • Primärhybriden (Hybriden der ersten Generation, die in vielen Fällen nicht fortpflanzungsfähig sind),
  • Hybridpopulationen (aus fortpflanzungsfähigen Primärhybriden entstanden, oft sind auch Rückkreuzungen mit den Eltern in der Population enthalten; besonders bei Dactylorhiza sind Hybridpopulationen nicht selten)
  • und hybridogen entstandene Arten.

Diese Zusammenstellung von Orchideen-Hybriden erfolgte aus den mir zur Verfügung stehenden Büchern, Fachzeitschriften und privaten Kartierungen, und wird ständig weitergeführt. Gelegentlich werte ich auch Hybridenlisten von Internet-Seiten aus. In diesem Zusammenhang möchte ich Herrn Mathias Raschka danken, der seit Jahren unermüdlich das Internet nach Orchideen-Hybriden durchsucht und seine Ergebnisse für die Vervollständigung dieser Seite zur Verfügung stellt.

Wie üblich sind die Eltern in alfabetischer Reihenfolge genannt. Die gesamte Liste ist in alfabetischer Reihenfolge nach der ersten Eltern-Art sortiert, und wegen ihrer Größe im Internet auf mehrere Seiten aufgeteilt. Die Gattungsbastarde erscheinen erst hinter den Artbastarden, am Ende der Einträge für die Gattung des ersten Elternteils.

Wenn Autorennamen von Hybriden genannt werden, dann nur die der Originalautoren, die die Pflanze beschrieben haben, nicht die der Personen, die Umkombinationen vornahmen.

Wenn Sie das korrekte Zitat einer Hybride mit Angabe des Autors und eventuellen Umkombinierers sowie der dazu gehörigen Originalveröffentlichungen suchen, so ist die heute im Internet zur Verfügung stehende Suchfunktion des International Plant Names Index besser geeignet. Meine Liste ergänzt diese Zusammenstellung, indem sie weitere Quellen und Angaben zur Ikonografie liefert. Ist bei einer Hybridkombination keine Quelle genannt, wurde diese in den meisten Fällen dem Internet entnommen, und kann dort über Suchmaschinen gefunden werden.

Die Liste enthält zur Zeit schon etwa 3000 Hybriden. Es ist meine private Zusammenstellung, sie erhebt weder Anspruch auf Vollständigkeit, noch auf Fehlerlosigkeit. Sollten Sie Fehler darin finden oder Ergänzungen haben, bitte ich um kurze Mitteilung per E-Mail (bitte die Adresse abschreiben, wegen der SPAM-Robots)

Ich führe diese Liste seit mehr als fünfzehn Jahren. Viele ältere Hybriden sind der Zusammenstellung in Sundermanns Feldführer (3.Auflage 1980) entnommen, die leider daran krankt, dass der Autor zwischen vielen näher verwandten Arten nicht unterscheidet. Soweit es mir bekannt ist, versehe ich solche Sammelarten wenigstens mit dem Zusatz s.l. oder s.str.

Wenn Sie eine bestimmte Hybride suchen, stellt die selbstprogrammierte Suchfunktion den leichtesten Zugang zur Hybriden-Namensliste dar. Die Seite mit dem Suchergebnis wird dynamisch aufgebaut, anfangs war sie in JavaScript programmiert, inzwischen läuft sie schneller als PHP-Script im Server.

Von benannten Hybriden enthält meine Zusammenstellung viele Synonyme. Einerseits wäre die Prüfung aller Hybridennamen auf ihre Priorität unter dem heutigen engeren Artbegriff vermutlich auch in mehreren Jahren kaum leistbar; im Moment habe ich nicht vor, dies zu tun. Andererseits ist die Nennung der Synonyme durchaus beabsichtigt, um auch diese einer Hybridkombination zuzuordnen und eventuell auch für sie auf weiterführende Literatur verweisen zu können.

Man muss naturgemäß davon ausgehen, dass die Literatur über Hybriden, und folglich auch diese Zusammenstellung, viele Fehlbestimmungen enthält. Weiß man doch, wie leichtfertig in der Begeisterung über einen ungewöhnlichen Fund die tollsten Spekulationen aufkommen. Trotzdem halte ich die Zusammenstellung für ein nützliches Nachschlagewerk, das z.B. manche langwierige Suche nach neueren Literaturstellen über Hybriden europäischer Orchideen abkürzen kann. Hybriden, die nach heutiger Auffassung zweifelhaft sind, sind im allgemeinen entsprechend gekennzeichnet ('zh').

Es scheinen mehr Primärhybriden möglich zu sein, als mancher annimmt, so wurde z.B. 1999 die künstliche Erzeugung einer Hybride zwischen Ophrys x albertiana und Orchis fragrans glaubhaft publiziert, von der seit kurzem wieder Fotos im Internet zu sehen sind. Klärung in Zweifelsfällen können heutzutage moderne wissenschaftliche Verfahren, z.B. die Genanalyse, bringen, wie im Fall der 1988 veröffentlichten vermeintlichen Hybride Aceras anthropophorum x Neotinea maculata vom Gargano, die sich nur als atavistische Neotinea entpuppte. Unten finden Sie einige Beispiele von ungewöhnlichen und atavistischen Orchideen, die aber keine Hybriden sind.


Dactylorhiza alpestris, F Col de Granon 30.6.02  Ophrys aurelia, F Nizza 27.4.02
Keine Hybride, sondern Dactylorhiza alpestris mit
genetischem Defekt
F Col de Granon 30.6.02
 Keine Hybride, sondern eine ungewöhnliche Ophrys
aurelia
F Nizza 27.4.02
 
Gymnadenia odoratissima Atavismus, D Allgäu 10.7.04  Gymnadenia odoratissima Atavismus, D Allgäu 10.7.04
Einige Leute halten diese atavistischen Gymnadenia odoratissima für Hybriden zwischen Gymnadenia odoratissima und Spiranthes aestivalis. Ich nicht.
D Allgäu 10.7.04
 
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